Ein Abend, drei Zukunftsthemen

Startpunkt für eine tatkräftige Community

Eine gepackte Reisetasche mit Coffee-to-go-Becher und Kuscheltier. Ein Wohnzimmertischchen mit Stühlen zweier Generationen. Eine offene Tür. Die Bühnenrequisiten am Donnerstagabend im Theaterhaus Schille standen für drei große soziale Herausforderungen in Leipzig: Alleinerziehende Mütter in Not, Einsamkeit & Wohnungsnot sowie Obdachlosigkeit.

Drei Requisiten auf der Bühne des Theater Schille stellvertretend für drei Projekte, welche die Diakonie Stiftung Leipzig mit Unterstützung stärker voranbringen möchte.

Ziel des Abends war es, den Startpunkt für eine Community zu setzen, die sich unter dem Dach der Diakonie Stiftung für drei konkrete Projekte engagiert.

„Haus Lebensweg“: Eine frühzeitige Unterstützung für alleinerziehende junge Mütter und Väter in der Krise, die Eltern und Kindern eine gute Zukunftsperspektive gibt.

„Generationen-WG“: Ein neues Wohnpartnermodell, das einsame ältere Menschen in großen Wohnungen mit jungen Wohnungssuchenden zum beidseitigen Vorteil matcht.

„Oase“: Die Erweiterung des Wohnungs- und Obdachlosentreffs Oase, um zukünftig Beschäftigung und mehr Beratung anbieten zu können – für höhere Chancen auf Arbeit und Wohnung.

45 Entscheider und Entscheiderinnen aus Wirtschaft, Forschung, Medien, Kultur und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um tiefer in die Themen einzusteigen und miteinander zu diskutieren, was konkret getan werden kann.

„Wo öffentliche Finanzierung den individuellen Bedarf eines Menschen nicht vollständig erreicht, braucht es gesellschaftliche Verantwortung und konkrete Partnerschaften. Wirtschaft, Medizin, Handwerk und Ehrenamt können gemeinsam dazu beitragen, akute Krisen aufzufangen und jungen Menschen eine Perspektive zu eröffnen“, sagt Björn Degenkolbe, Geschäftsführer der Health Innovators Group, der sich besonders für das Thema „Haus Lebensweg“ interessierte.

„Enorm ertragreiche“ Tischgespräche

„Ich war von der Veranstaltung sehr begeistert“, sagte Prof. Dr. Getu Abraham, der sich beim altersübergreifenden Wohnprojekt einbrachte. „Besonders spannend bei dem Projektansatz fand ich: Es ging nicht nur um alte, sondern auch um junge Menschen, die auf diese Weise beide sozial unterstützt werden. Ich werde auch weiterhin an dem Projekt mitarbeiten.“

Prof. Dr. Birgit Dräger, ehemalige Kanzlerin der Universität Leipzig, hatte sich dem Thema Oase gewidmet. „Ich war positiv erstaunt und angetan, wie konkret wir geworden sind und wie konstruktiv die Gruppe zusammengearbeitet hat. Wir waren enorm ertragreich aus meiner Sicht“, sagte sie anschließend.

Eine tatkräftige Community entsteht

Zum Schluss gaben die Gäste auf Feedbackkarten an, wie sie sich eine künftige Beteiligung vorstellen: Von fachlicher Expertise über das Öffnen von Türen zu Institutionen bis hin zu finanzieller Unterstützung oder dem Wunsch nach einem vertiefenden Gespräch. Viele nutzten die Chance für ein klares Signal: „Mein nächster Schritt für Leipzig“ – so die Überschrift der Karte – blieb kein Lippenbekenntnis, sondern ein verbindlicher Startpunkt.